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Ich werde oft gefragt: “Ein Weihnachtsberg - was ist das eigentlich ?

Viele Gäste, Einheimische wie Urlauber, wissen nur wenig über dieses schöne, aber doch selten gewordene Brauchtum.

Nun, die einfachste Erklärung wäre: Es ist eine Landschaftsnachbildung, die während der Advents- und Weihnachtszeit innerhalb des Hauses aufgestellt wird mit Krippen- und Bergwerksmotiven.

Doch ich will etwas weiter ausholen...

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Mittelpunkt eines Weihnachtsberges ist wohl immer eine Krippe und die Darstellung der Geburt Jesus Christus. Anfangs in der Weihnachtszeit in Kirchen und Pfarrhäusern ausgestellt, fanden sie im 18. Jahrhundert Einzug in die Wohnhäuser. Dabei kamen zu Krippe und Szenen aus der Weihnachtsgeschichte, oftmals erzgebirgische Landschaften mit ihren Häusern, sowie Motive des täglichen Lebens und vor allem des Bergbaus.

Weihnachtsberge sind also ein Spiegel für die tiefe Verbundenheit der Erzgebirger mit ihrer Heimat und ihres Glaubens.

Mit viel Liebe zum Detail bastelte in der Advents- und Weihnachtszeit oftmals die ganze Familie an den Bergen. Dabei wurden meist Naturmaterialien wie Holz und Rinde sowie Strauchwerk und Moos verwendet. Figuren wurden geschnitzt und zum Teil mit aufwendigen Mechaniken zum Leben erweckt. Mit Aufkommen der Elektrizität wurden die Berge auch noch beleuchtet.

GESCHICHTE unseres Berges

Richard Otto HackebeilDer Ursprung des Berges geht auf Richard Otto Hackebeil zurück - einem Landwirt vom Reiserberg aus Neudorf. Er war der Großonkel meines Vaters und lebte von 1891 bis 1967. Wann er genau mit dem Bau begonnen hat, ist leider nicht überliefert. Es heißt, er begann im Erwachsenenalter also etwa um das Jahr 1910. Münzen, die Otto als Unterlegscheiben zweckentfremdete, zeigen das Jahr 1924, was darauf deutet, das er 1924 und den darauf folgenden Jahren bereits an der Mechanik gearbeitet hat. Gesagt werden muss in diesem Zusammenhang, das Otto wohl bis zu seinem Tod am Berg gebaut, erweitert und Neues erdacht hat.

Nach dem Tod Ottos stellte sich für dessen Frau Liska die Frage, was nun mit dem Berg passieren solle. Im Herbst 1967 war klar, der Berg kommt nach Crottendorf zu meinem Vater. Denn er hatte die Möglichkeiten und das Geschick aus vielen Einzelteilen, verpackt in 5 großen Holzkisten, wieder ein Ganzes entstehen zu lassen.

Im Frühjahr 1968 wurden die Teile nach Crottendorf gebracht und bereits im Herbst wurde der Berg im Haus Nummer 55, nur mit Hilfe von 3 Dias als Vorlage, aufgebaut. Im damaligen Wohnzimmer der Oma Ella Wiedemann, dem einzigen Zimmer mit entsprechendem Platz, musste dafür umgeräumt und sogar ein Fenster verdeckt werden.

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In den folgenden Jahren sollten umfangreiche Umbaumaßnahmen am Weihnachtsberg folgen. 1969 wurde das Grundgerüst erneuert und an die veränderten baulichen Gegebenheiten angepasst, außerdem malte der Crottendorfer Maler Werner Teichmann ein neues Hintergrundbild, welches heute noch zu sehen ist.

1970/71 wurde der Antrieb verändert und das recht anfällige Uhrwerk durch Elektromotoren ersetzt. Gleichzeitig wurde mit Hilfe einer aufwendigen Relaissteuerung durch meinen Vater ein Schrittprogramm erdacht, welches ermöglichte, den zeitlichen Ablauf der Weihnachtsgeschichte, wie sie auch heute noch zu sehen ist, zu steuern.

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Bis zum Jahr 1991 wurde der Berg jedes Jahr aufgebaut und war für Gäste zu besichtigen. 1994 musste der Berg erneut umziehen und ist nach den erforderlichen Anpassungen, einiger kleiner Ergänzungen und Änderungen, sowie der Umstellung der Steuerung von den damaligen Postrelais auf Computertechnik, seit 1997 wieder jedes Jahr in der Weihnachtszeit in den neuen Räumlichkeiten zu sehen.

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Seit 2009 steuert eine SPS den zeitlichen Ablauf.
Die akustische Untermalung erfolgte seit 1971 vom Band mit Hilfe eines Tonbandgerätes. Später wurde dieses von einem Kassettengerät und erst 2009 von einem CD-Laufwerk ersetzt.

Technik und Daten
(heutiger Stand)

  • Fläche etwa 4,5 qm - verteilt auf 3 Ebenen
  • etwa 80 bewegliche und unzählige weitere Figuren
    (ein großer Teil aus Holz geschnitzt - die restlichen Figuren, wie Tiere, bestehen aus Masse)
  • angetrieben von derzeit 19 Motoren sowie 2 Pumpen
  • 2 Dimmer-Module für die Lichtsteuerung
  • gesteuert von einer Siemens LOGO! 230V RC und 2 Erweiterungsmodulen
    (Das Programm wurde eigens für den Weihnachtsberg geschrieben und ist jederzeit änderbar)
  • Wellenantriebe und Transmissionen sind weitgehend erhalten
  • Antrieb der einzelnen Figuren über Fäden (teilweise Zwirn oder Angelschnur)
  • etwa 100 verschiedene Glühlampen sind verbaut
  • akustische Untermalung von CD
     
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